Wir beginnen unsere Segeltour in Ipswich, einer Stadt mit 134 000 Einwohnern in der Grafschaft  Suffolk in Ostengland. Von hier geht es über den River Orwell direkt in die Nordsee. Obwohl mehr als sechs Meilen von der Mündung entfernt, findet sich hier immer noch ein Tidenhub von bis zu drei Metern.

Am 11. Mai 2015 starten wir um 4 Uhr morgens, kurz bevor das Hochwasser den höchsten Stand erreicht und der Strom kippt. Es ist ungewöhnlich kalt für die Jahreszeit, aber zum Glück herrscht kein Nebel und wir laufen in das gut betonnte Fahrwasser des River Orwell ein. Was folgt ist eine fast eintönige Flussfahrt vorbei an saftig grünen Wiesen mit den obligatorischen Schafen, an kleinen Flussmarinas, vereinzelten Wracks bis hin zur Mündung in den River Stour, wo sich kleinere Reeden befinden, deren aufgereihte Schiffskräne nur darauf warten, endlich die Ladung von Frachtern löschen zu können. In der Flussmündung muss man dann noch einigen gut gekennzeichneten Sandbänken ausweichen, dann öffnet sich die Nordsee.

Der Strom ist noch mit uns und schiebt uns mit einem leichten Wind aus Süd entlang der englischen Küste unserem Ziel entgegen. Zweieinhalb Tage werden wir brauchen, bis wir auf Helgoland zum ersten mal wieder festen Boden betreten können.

Der erste Tag verläuft recht ruhig mit konstantem Wind, leider immer wieder von Regenschauern begleitet. Wir haben eine Schleppangel ausgebracht, aber Fische scheint es hier keine mehr zu geben. Auch die Nacht geht ohne besondere Vorkommnisse vorbei. Zwei Mann haben jeweils Wache, das gibt ein Gefühl der Sicherheit und lässt die anderen ruhig schlafen.

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