Logbuch - Kroatien 2014

Test Jeanneau 53

In Kroatien wollte ich eine neue Jeanneau 53 testen, die ich als Nachfolgerin für meine Acht "Carpe Diem" ins Auge gefasst hatte.

Wir hatten eine Charterversion mit 5 Kabinen, alles aufs Notwendigste reduziert und, wenngleich das Charterunternehmen ganz offensichtlich eine ästhetische Ader hatte und uns mit geschmackvollen Kissen, Bettzeug und Handtüchern ausstattete.

 

Aussenansicht

Die Segeleingeschaften sind recht gut, das gelattete Gross tat das seine dazu, wenngleich offensichtlich wieder einmal die Lazy-Jacks nicht auf das Segel abgestimmt waren und das Hochziehen als auch das Bergen des Grosssegels etwas mühsam und umständlich vonstatten ging.

Die Sitzgelegenheit im Cockpitt ist alles andere als bequem, die Sitzbank zu lange, die Lehne zu kurz. Vor allem bei Lage hat man hier keinen bequemen Platz.

 

Innenraum gewöhnungsbedürftig

Im Salon gab es dann eine Stufe, einerseits zur Pantry und andererseits zu den Kabinen. Ich weiss nicht, wie oft ich da runter gestolpert bin. Zum Glück hab ich mich nicht verletzt. Wahrscheinlich gewöhnt man sich mit der Zeit daran.

Die Pantry sieht auf den ersten Blick zweckmässig und aufgeräumt aus. Aber koch erstmal dort! Dann wirst Du merken, dass die Ablageflächen nicht gut überlegt und eher hinderlich sind.

Die Kabinen waren vom Ausbau enttäuschend. Die Türen mit einfachsten Baumarktscharnieren und Türschbeschlägen versehen, zwei davon gingen auch bei normalem umsichtigen Gebrauch gleich kaputt. Ich möchte nicht wissen, wie das nach längerem Gebrauch aussieht.

Die Trennwände sind hauchdünn, da hätte man gleich einen Vorhang anbringen können. Die Staumöglichkeiten in den Kabinen allerdings gut durchdacht und konzeptioniert.

 

Motor

Der Motor, ein 100 PS Yanmar Diesel dagegen sehr ruhig. Mit niedriger Drehzahl erreicht man bereits eine angenehme Marschafahrt.

 

Navigation auf Minimum reduziert

Bei der 5-Kabinenversion fehlt der Navi-Tisch. Meine Güte, was soll das! Das gibt dem ganzen ein Kaffeeseglerambiente. Nichts für mich, aber wie gesagt, es war eine Charterversion mit 5 Kabinen.

 

Ach ja, eine sechste „Skipperkabine“ fand sich ganz vorne im Bug unter dem Ankerkasten. Da haben wir aber nicht mal das Bier versorgt. Ein Skipper der mit sowas zufrieden sein muss, ist ein asketischer Typ.

 

Insgesamt wird also nichts aus der Jeanneau 53 als Nachfolgerin für meine "Carpe Diem". Schade!

© EG 2017